startseite > themen setzen > Die kulturgeschichtliche Bedeutung des Grabes
 
Im mittelalterlichen Stadtbild befand sich die Kirche in der Mitte, die der Kirchhof in einem Radius von 30 Metern umschloss. Es galt noch: Media vita in morte sumus. "Mitten wir im Leben sind mit dem Tod umfangen."
Die Toten blieben den Lebenden an bevorzugter Stelle. Räumlich und zeitlich nahe. Jeder in der Stadt versprach sich etwas von der Nähe dieser Gemeinschaft der Heiligen, von denen im dritten Artikel des Glaubensbekenntnisses ja die Rede war. Jedermann erhoffte für sich Kraft und Seelenheil aus der gegenseitigen Fürbitte der ganzen Gemeinde. Das Begräbnis vollzog sich auf dem Kirchhof als Vorhof des Paradieses. Zu den Toten brauchte man sich nicht eigens hin zu begeben, weil man hier ohnehin immer wieder vorbeikam.